AUTORENINTERVIEW – GEMEINSAME SCHREIBPROJEKTE

Meine beiden Autorenkolleginnen Alisha Mc Shaw & Melanie Weber-Tilse haben am 1. August 2016 ihr gemeinsames Schreibprojekt “Heil mich wenn du kannst – Michael” veröffentlicht.

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Da ich gerade selbst an einem ‘Gemeinsamen Schreibprojekt’ arbeite, wollte ich euch einen kleinen Einblick hinter die Kulissen geben. Alisha & Melanie beantworten euch nun einige Fragen, die sowohl Leser, als auch Autoren brennend interessieren.

Das Buch ist auf Amazon als E-Book und als Taschenbuch erhältlich.

 

Frage 1: Was waren eure Erwartungen an das Projekt, bevor ihr zu schreiben begonnen habt? Wurden sie am Ende übertroffen? Wenn ja, wodurch?

Alisha: Bevor wir zu schreiben begonnen haben, waren meine Erwartungen SEHR niedrig. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass ich nicht für “Kitschige Liebesgeschichten” geboren bin. Je weiter wir aber im Schreibprozess kamen, desto ehrgeiziger wurde ich. Und Melanie hat mich zu Höchstleistungen angetrieben. Ich sage nur: Denn erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt 🙂

Melanie: Da ich noch nie vorher mit jemand zusammen ein Buch geschrieben hatte, bin ich völlig ohne Erwartungen an das Projekt „gemeinsam Schreiben“ herangegangen. Hätte ich aber Erwartungen gehabt, wären sie bei Weitem übertroffen worden. Ganz sicher! Wodurch? Durch die Erfahrung, die ich sammeln konnte und durfte, durch ein ganz anderes Schreiben, als bisher.

 

Frage 2: Was könnt ihr anderen Autoren über das gemeinsame Schreiben berichten?

Alisha: Wenn es passt, MACHT es! Ihr könnt am gemeinsamen Schreiben nur wachsen. Es ist eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte!

Melanie: Traut euch, probiert es aus! Es ermöglicht einen ganz neue Perspektiven, öffnet Türen, die man beim „Alleinschreiben“ überhaupt nicht erreicht. Durch die Ideen, die jeder mit einbringt, entwickelt sich etwas Neues, etwas ganz Besonderes. Und ein kleiner Tipp: Haltet nicht zu starr an einem Konzept fest, lasst euch auch auf Dinge ein, die nicht geplant waren, erst dann entfaltet sich diese Vielfalt, die man nur zusammen erreicht.

 

Frage 3:Gab es Zeiten, wo ihr kurz darüber nachgedacht habt, das ganze Projekt hinzuschmeißen?

Alisha: Nein. Nicht eine Sekunde.

Melanie: Nein, NIE!

 

Frage 4: Was war die größte Hürde auf die ihr gestoßen seid?

Alisha: Eigene Wünsche hintenanstellen. Man stellt sich den Fortgang der Geschichte im Kopf zusammen, plant und malt sich Dinge aus. Dann bekommt man die Datei der Schreibpartnerin zurück und: *Peng – Seifenblase geplatzt*. Beim ersten Mal ist es eher “Ey, was soll das? Menno, ich hatte mir das so schön überlegt!”. Beim zweiten Mal ist es eher: “Muhahaha, du hast es nicht anders gewollt, meine Rache wird fürchterlich sein!”

Melanie: Zu Lernen von den eigenen Vorstellungen loszulassen. Man hat selbst von seiner Figur, von der Handlung einen „Plan“, eine Vorstellung im Kopf. Hält man daran fest, wird das nichts. Ich musste lernen, manchmal sehr schmerzhaft, dass Alisha andere Vorstellungen hat, ich aber dann nicht an Meinen Festhalten durfte. Dieses ‚“ sich auf den anderen einlassen und seine eigenen Dinge über Bord werfen“, war die größte Hürde für mich. Als die überwunden war, lief es ganz von alleine!

Frage 5: Was war euer schönster Moment bei diesem Projekt?

Alisha: Es gab ganz viele. schöne Momente. Als das Wort “Ende” drunter stand, was das für mich etwas ganz Besonderes, ich bin still (STILL!) durch die Wohnung gelaufen und habe die Wochen Revue passieren lassen. Mit Melanie zusammen zu weinen, zu lachen, uns zu hassen – all das waren meine schönsten Momente.

Melanie:  Es gab so viel wundervolle und schöne Momente, aber nicht den einen Schönsten. Oder doch, als unser Baby online gegangen ist, ja, das war der schönste Moment. Ansonsten gab es ganz viel, was uns glücklich gemacht hat. Eine Szene, bei der wir zusammen geweint haben, oder dann wieder uns kaputt gelacht haben. Ein anderes Mal warfen wir uns gegenseitig an den Kopf „ich hasse dich“, weil der andere einen wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte und man das Geplante vergessen konnte und sich etwas Neues ausdenken durfte. Das ganze Buch über gab es diese Momente, die ich nicht mehr missen möchte.

 

Frage 6: Habt ihr beim Überarbeiten, eure Stile angepasst, damit der Leser nicht merkt, dass zwei verschiedene Autoren beteiligt waren?

Alisha: Nein. Wir haben zwar auf Logik geachtet beim jeweils anderen, aber warum sollte man den Stil des anderen anpassen? Wir WOLLTEN ja, das man merkt, das zwei Autoren zusammen schreiben 🙂 Susan sollte Susan bleiben, und Michael eben Michael. Ich glaube, das ist uns insgesamt gut gelungen, obwohl wir manchmal eben doch den Charakter der anderen “übernehmen” mussten.

Melanie: Nein, ganz und gar nicht. Jeder hat seinen eigenen Stil, den er auch schön behalten soll. Wir treten als zwei Autoren auf und nicht als einer. Somit darf auch jeder erkennen und wissen, dass wir es zu zweit geschrieben haben. Wäre ja noch schöner, wenn einer meinen derben Michael-Stil in Susans soften ändern möchte! Geht ja mal gar nicht 🙂

 

Frage 7: Es erwartet uns ja ein 2. Band. Wird eure Vorgehensweise dieselbe sein, wie beim 1. Band? Wenn Nein, was werdet ihr dieses Mal anders machen?

Alisha: Diesmal werden die Geschlechter getauscht. Melanie schreibt Annabell, ich ihren Gegenpart. Lustigerweise waren wir uns auch hier ohne Absprache sofort einig. Ich hatte eine Idee im Kopf für IHN, und fragte Melanie, welchen Part sie gern schreiben wolle. Sie wollte Annabell schreiben, und ich war glücklich. Ändern werden wir sonst nichts, denke ich. Never change a Running System!

Melanie: Wir tauschen nur die Rollen. Diesmal übernehme ich den weiblichen und Alisha den männlichen Part. Ansonsten werden wir auch weiterhin uns den Ball zuspielen, fluchen, weinen, lachen und eine Menge Spaß haben!

 

Ich danke den Beiden für ihre ehrlichen Antworten und wünschen ihnen Viel Spaß beim Schreiben des zweiten Bandes.

Ganz liebe Grüße,

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2 Gedanken zu „AUTORENINTERVIEW – GEMEINSAME SCHREIBPROJEKTE

  1. Alina Antworten

    Hey.
    Ein tolles Interview, da bekommt man ja direkt Lust das auch auszuprobieren 😀
    LG

    • Cornelia Autor des BeitragesAntworten

      Auf jeden Fall, es macht so viel Spaß und hat mir vor allem geholfen, einen besseren Schreibstil zu finden

      Lg Cornelia

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